Universitätsreform: Frankreich führt Hochschulautonomie ein

(c) MAEE - JPEG Hochschulministerin Valérie Pécresse stellte am 4. Juli 2007 den Gesetzentwurf über die Universitätsreform vor, der innerhalb von fünf Jahren zur Autonomie der Universitäten in Frankreich führen soll. Die Einrichtungen werden dann bei ihren Entscheidungen lediglich begleitet und können frei über ihr Vermögen und ihr Personal verfügen.

Zudem stehen die Studien- und Lebensbedingungen der Studenten im Zentrum der Vorschläge. Die Studenten werden bei der Einschreibung ins erste Studienjahr eine Orientierungshilfe erhalten. Diese und die berufliche Perspektive werden bewusst als Aufgaben der öffentlichen Dienstleistung Hochschulbildung gefasst. Eine bessere Berücksichtigung dieser Aufgaben ist ein Ziel des Gesetzentwurfes über die Autonomie der Universitäten.

Mehr Autonomie

Alle Universitäten werden innerhalb von fünf Jahren erweiterte Kompetenzen in Haushaltsangelegenheiten (Einrichtung eines Gesamthaushaltes) und bei der Personalverwaltung erhalten. Sie werden unter anderem Forschungs- und Lehrpersonal eigenmächtig einstellen können.

Sie können ferner die Betriebsorganisation verändern oder selbständig über Prämien entscheiden. Ein neues, schnelleres Einstellungsverfahren für Dozenten ist vorgesehen.

Ferner wird den Universitäten auf Antrag das alleinige Eigentum ihrer Liegenschaften übertragen. Die Universitäten können zudem Stiftungen gründen, deren Dotierung durch die Steuerregelungen für Privatpersonen und Unternehmen erleichtert wird.

Änderung der Führungsebene

Der Verwaltungsrat, der auf die Hälfte seiner bisherigen Größe reduziert werden soll, wird 20 bis 30 Mitglieder umfassen, darunter sieben bis acht universitätsfremde Persönlichkeiten. Er erhält mehr Entscheidungsbefugnisse bei der Rekrutierung des Personals.

Auch der Universitätspräsident erhält erweiterte Kompetenzen, wie etwa das Mitbestimmungsrecht bei allen innerhalb der Einrichtung erfolgenden Versetzungen. Alle großen Ausbildungsbereiche werden ihren Platz im Wissenschaftsrat und im Rat für das Hochschulleben haben.

Die Rolle des Staates

Die Rolle des Staates wird durch mehrjährige Verträge, die verstärkte Rechtsaufsicht und die Überprüfung der Anwendung des Gesetzes neu definiert. Der nationale Charakter der Diplome und die Festlegung der Einschreibungsbestimmungen durch das zuständige Ministerium werden beibehalten. Der Haushalt 2008, der Forschung und Hochschulbildung Priorität einräumt, wird die Umsetzung des Gesetzes erleichtern.

 

- Französische Hochschulen - Rahmendaten 2007

- Weitere Informationen zur Hochschulreform (frz.)

Letzte Änderung 03/05/2012

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