Vel d’Hiv: Staatspräsident Macron zu französischer Schuld und zur Friedenslösung in Nahost [fr]

Staatspräsident Emmanuel Macron hat im Beisein von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am 17. Juli 2017 auf der Gedenkveranstaltung zur 75-jährigen Wiederkehr der Razzia des Vel d‘Hiv noch einmal die Schuld Frankreichs an der daraufhin erfolgten Deportation und Ermordung von 13.152 Bürgern jüdischen Glaubens anerkannt.

-  Rede in französischer Sprache

Auf einer Pressekonferenz mit seinem israelischen Gast äußerte sich der Staatspräsident zur Lage im Nahen Osten:

Israel/Palästina

"Frankreich ruft, und ich möchte dies hier offiziell und persönlich tun, zur unablässigen und bedingungslosen Unterstützung der Sicherheit Israels auf. Ich appelliere in diesem Sinne auch an eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern im Rahmen der Suche nach einer Zweistaatenlösung, Israel und Palästina, die Seite an Seite mit sicheren und anerkannten Grenzen und mit Jerusalem als Hauptstadt leben.

Dies ist die konstante Linie der französischen Diplomatie, an der ich festhalte. Frankreich hält sich bereit, jegliche in diese Richtung weisenden diplomatischen Bemühungen gemäß der von der Völkergemeinschaft anerkannten Friedensparameter zu unterstützen. (…).

Dafür ist es zu gewährleisten, dass die Friedens- und Verhandlungsbedingungen faktisch nicht in Frage gestellt werden und dass alle das Völkerrecht respektieren. Ich denke hier an die Fortsetzung des Siedlungsbaus. Über diesen Punkt haben wir uns ausgetauscht und ich habe noch einmal Frankreichs und meine persönliche Haltung dazu zum Ausdruck gebracht.

Ich wünsche mir wirklich, dass angesichts des lauernden Risikos für die Region und der gerade stattfindenden Umbrüche in unserem heutigen internationalen Umfeld alles dafür getan werden kann, um die Verhandlungen fortzusetzen."

Nahöstliches Umfeld

"(…) Und ich muss hier sagen, dass ich die Besorgnis Israels über die Bewaffnung der Hisbollah im Süden Libanons teile und wir auch weiterhin nach der Stabilität dieses Landes streben, unter Achtung aller dortigen Gruppierungen, und dass ich bei diesem Thema das diplomatische Handeln zur Eindämmung und Beseitigung des Risikos fortzusetzen gedenke.

(…) Ich habe dem Premierminister die Notwendigkeit zugesichert, einen in meinen Augen umfassenden und nachhaltigen Übergang in Syrien in die Wege zu leiten, um die Sicherheit der Region zu gewährleisten, die Rückkehr der Flüchtlinge zu ermöglichen und einen gerechten Frieden für die Syrer zu finden.

Bei diesen Themen stimmen die Sichtweisen unserer beiden Länder weitgehend überein und werden von der Sorge getragen, Sicherheit und Stabilität in der gesamten Region zu gewährleisten. Wir sind auch vereint im Kampf gegen alle möglichen terroristischen Gruppen, und ich möchte hier erneut sagen, dass ich unermüdlich bei diesem Thema bin. (…)"

Letzte Änderung 15/11/2017

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