Verbot von Plastiktüten für frische Lebensmittel in Frankreich in Kraft getreten [fr]

Ganz im Sinne des am 4. November 2016 in Kraft getretenen Pariser Klimaübereinkommens geht Frankreich seinen Weg zur konsequenten Vermeidung umweltschädlichen Mülls weiter.

Auf Grundlage des Energiewandel-Gesetzes für grünes Wachstum ist ab 1. Januar 2017 die Verwendung von Plastiktüten zum Verpacken von Lebensmitteln in Frankreich verboten. Dadurch soll die durch Plastiktüten verursachte Umweltverschmutzung, vor allem der Meere, eingedämmt werden.

In diesem Sinne dürfen ab 1. Januar 2017 abseits der Kasse nur noch Papiertüten oder solche, die aus auf nachwachsenden Rohstoffen basierendem und kompostierbarem Kunststoff bestehen, ausgelegt werden. Das betrifft vor allem Tüten für Obst und Gemüse, Aufschnitt, Fleisch und Fisch. Ganz im Sinne einer Kreislaufwirtschaft können umweltfreundliche Tüten vom Verbraucher zu Hause zur Kompostierung verwendet werden.

Die Regelung tritt einige Monate nach dem seit 1. Juli gültigen Verbot von Einweg-Plastiktüten an der Kasse in Kraft. Heute sind 75 % der Abfälle in den Meeren aus Plastik: 260 Arten sind durch die Verschmutzung bedroht. Die Plastiktüten werden vom Wind in die Meere getragen, wo sie eine Bedrohung für die Meerespopulationen, aber auch für die Vögel darstellen, weil diese sie für ihre übliche Beute halten und dann ersticken oder erdrosselt werden können.

Internationales Bündnis gegen Plastikmüll in den Ozeanen

Bei der internationalen Ozean-Konferenz am 16. Oktober in Washington schlug Umweltministerin Ségolène Royal die Schaffung eines internationalen Bündnisses gegen Plastikmüll vor, um die Verschmutzung der Ozeane vor allem durch Plastiktüten zu bekämpfen.

Dieses Bündnis wird auf Initiative Frankreichs ins Leben gerufen. Marokko, Monaco, Chile und Australien haben sich bereits angeschlossen. Die USA und einige europäische Länder wie z.B. Deutschland, Irland, Norwegen und Schweden haben diese Bestrebungen aufgegriffen. Laut UN-Umweltprogramm UNEP haben 2016 auf internationaler Ebene rund 30 Länder nationale oder lokale Maßnahmen zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung ergriffen, indem sie die Herstellung, den Verkauf und den Vertrieb bestimmter Produkte reglementiert haben.

Letzte Änderung 06/03/2017

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