Weihnachten in Südfrankreich [fr]

(c) MAE - JPEG In Südfrankreich wird eine immer noch sehr lebendige Tradition gepflegt, die nicht nur auf den Weihnachtsmärkten in Marseille, Aix-en-Provence und Avignon bewundert werden kann, sondern ihren Weg auch in die großen Pariser Kaufhäuser Galeries Lafayette, Bon Marché oder Printemps gefunden hat. Die Rede ist von den Santons de Provence, den typischen provenzalischen Krippenfiguren.

Die Geschichte der handbemalten Tonfiguren aus der Provence reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Es war Brauch, entweder in der Kirche ein Krippenspiel aufzuführen oder es zu Hause mit kleinen Figuren nachzustellen. Da im Zuge der Revolution von 1789 einige religiöse Praktiken verboten wurden, darunter auch die Mitternachtsmesse zu Weihnachten, wurden Krippendarstellungen für den Hausgebrauch immer wichtiger und die zunächst aus Brotteig hergestellten Figuren gewannen zunehmend an Bedeutung. Rasch entwickelte sich die Herstellung von Santons zu einem geachteten Kunsthandwerk und zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die ersten auf den Weihnachtsmärkten in Marseille gehandelt, u. a. auf der Canebière, wo noch heute alljährlich die Santons-Messe stattfindet.

Die Besonderheit der Figuren liegt in ihrer großen Vielfalt. Zu den biblischen Darstellungen aus der Weihnachtsgeschichte – Jesus, Maria, Joseph, Heilige drei Könige und Hirten – kamen im Laufe der Zeit unzählige Figuren hinzu, die das Leben der Provence widerspiegeln. So griffen die Kunsthandwerker neben den traditionellen Berufsgruppen auch die Trachten der verschiedenen Regionen auf, und man findet den Obsthändler aus dem Comtat Venaissain mit seinem Warenangebot ebenso wieder wie die Arlesierin mit ihrem bunten Rock, dem weißen, über der Brust gekreuzten Spitzentuch und der kleinen weißen Haube.

- Weihnachten in Marseille

Letzte Änderung 05/12/2012

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