Werbung aus Frankreich, eine grenzenlose Erfolgsgeschichte [fr]

GIF Durch die Fusion mit Omnicom wird Publicis weltweit auf den ersten Platz der Werbeagenturen katapultiert. In Frankreich sind jedoch weitere Werbegiganten des Kommunikationssektors beheimatet. Dieser Erfolg erklärt sich wie folgt.

Warum aufhören, wenn man auf dem richtigen Weg ist? Frankreichs Werbeholding Publicis kündigte am 6. März 2014 die Übernahme der amerikanischen Werbeagentur Hawkeye an. Diese im digitalen Marketing weltweit führende Agentur mit Sitz in Dallas reiht sich nunmehr in die lange Beuteliste ein, durch die sich das 1926 von Marcel Bleustein-Blanchet gegründete Pariser Werbeimperium in den letzten Jahren zu erweitern sucht. Durch die Fusion mit der amerikanischen Agentur Omnicon im ersten Halbjahr 2014 stößt der französische Werbegigant, der einen Umsatz von 6,95 Milliarden Euro verzeichnet, in neue Dimensionen vor. Auf immer vereint, in guten wie in schlechten Zeiten, nehmen die beiden Werbeholdings fortan weltweit den ersten Platz im Werbegeschäft ein. Beide Agenturen, zu denen auch BBDO, Saatchi & Saatchi, DDB, Leo Burnett, TBWA, Razorfish, Publicis Worldwide oder auch ZenithOptimedia gehören, beschäftigen künftig weltweit 130.000 Personen bei Einnahmen von bis zu zwanzigtausend Milliarden Euro. Frankreich war schon immer ein fruchtbarer Boden für Werbetreibende.

Der gröβte Rivale Publicis ist die Agentur Havas, die dank ihrer 16.000 Beschäftigten in mehr als 100 Ländern den sechsten Platz auf der Werbeweltrangliste einnimmt. Zu ihren zahlreichen Kunden gehören prestigevolle Namen wie Air France, Canal Plus, Citroën, Coca-Cola, Danone, Hershey’s, Hyundai, IBM, LVMH, McDonalds, Orange und Peugeot. Der Erfolg Frankreichs auf dem internationalen Werbemarkt – immerhin wurde 2012 ein nicht unbeträchtlicher Umsatz von 557 Milliarden Dollar erwirtschaftet - kommt nicht von ungefähr: Vincent Mady, technischer Leiter bei der Online-Werbeagentur Tradelab, erklärt ihn wie folgt: „Werbung ist die Kunst, das Wissen um die Wünsche des Kunden mit dem Zauber der Kreativität zu vereinen. Und die französische Kultur ist sowohl sehr kreativ als auch pragmatisch. Dies erklärt, warum der Werbesektor in Frankreich so dynamisch ist.“ Während die kreativen Köpfe Frankreichs die Kunst beherrschen, den Werbeslogan zu finden, der „gut verkauft“, sind in den komplementären Geschäftsbereichen des Kommunikationssektors und der Informationsverbreitung ebenso eine Reihe weiterer Unternehmen entstanden.

Mit seinen 480.400 Werbeträgern ist JCDecaux weltweit die Nummer eins der Straβenwerbung mit Umsätzen von mehr als 2,676 Milliarden Euro. Allein mit seinen 145 Werbestandorten in zahlreichen Flughäfen ist das Unternehmen weltweit marktführend. Die Holding ist in 3.700 Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern und in mehr als 60 Ländern vertreten. Sie betreibt ebenso 377.000 Werbeflächen in öffentlichen Verkehrsmitteln wie U-Bahnen, Bussen und Bahnen sowie Straβenbahnen in 290 Gemeinden.

In einem weiteren Sektor ist die Firma GL Events im Laufe der Jahre ein unumgänglicher Mitstreiter auf dem Markt der Messen und Ausstellungen geworden. Als Organisator von mehr als 300 Fachmessen betreibt die Holding mit einer Belegschaft von 4.000 Mitarbeitern auch 37 Kongresszentren sowie Messegelände und Veranstaltungssäle, und dies sowohl in Frankreich (Paris, Lyon, Toulouse, Nizza etc.) als auch im Ausland (Brüssel, Barcelona, London, Shanghai, Rio de Janeiro, Turin oder Istanbul).
Marco Rangi

Die französische Werbebranche in Zahlen:

- 31 Milliarden Euro Werbeausgaben der Anzeigenkunden in Frankreich
- 25% des Werbebudgets werden für Fernsehwerbung aufgewendet gegenüber 24,1% für Presseanzeigen und 13,4% für Internetwerbung
- 18.071 Werbeagenturen in Frankreich
- 95.848 Beschäftigte
- 557 Milliarden Dollar für Werbeausgaben weltweit

Letzte Änderung 11/04/2014

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