Willkommensgruß der Botschafterin [fr]

Anne-Maire Descôtes - GIFMit großem Stolz trete ich mein Amt als Botschafterin Frankreichs in Deutschland an der Spitze eines überaus kompetenten Mitarbeiterteams an, das sich voll und ganz der Entwicklung der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern verschrieben hat.

Ich freue mich, in ein Land zurückzukehren, das ich gut kenne, da ich bereits in Frankfurt, Hamburg, Bonn und Berlin gelebt, studiert und gearbeitet habe. Es freut mich, Freunde und die schöne Stadt Berlin wiederzusehen, dieses weltweite Symbol der Freiheit, das die Französinnen und Franzosen, die sich hier zahlreich aufhalten, studieren und sich niedergelassen haben, so sehr mögen.

Ich stelle meine Tätigkeit in die Tradition der bemerkenswerten Arbeit meiner Vorgänger, die auch weiterhin eine starke Zuneigung für Deutschland hegen.
Mir ist bewusst, dass ich mein Amt zu einem historischen Zeitpunkt antrete. Vor einem komplexen internationalen Hintergrund, in dem die Entstehung einer starken Multipolarität unsere Gewohnheiten ins Wanken bringt, in dem die Europäische Union selbst von der bisher beispiellosen Entscheidung eines Mitgliedstaates, sie zu verlassen, erschüttert wurde, vor diesem Hintergrund sendeten die Franzosen bei den Präsidentschaftswahlen eine Botschaft des Optimismus, des Vertrauens in Europa und der Zugehörigkeit zu den universellen Werten der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, die Frankreich in den Augen der Welt repräsentiert.

Einen Tag nach seinem Amtsantritt hat der Staatspräsident in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen, um die deutsch-französische Beziehung mit Entschlossenheit in den Dienst eines neuen europäischen Projekts zu stellen.

Dieser europäische Tatendrang ist notwendig, um den dringendsten Herausforderungen zu begegnen, die unsere Sicherheit, unsere Freiheiten sowie unsere demokratischen und humanistischen Werte betreffen angesichts des Terrorismus, der weiterhin unseren Kontinent erschüttert, und angesichts derer, die uns spalten wollen; sowie mit Blick auf die Erhaltung des Planeten, der vom Klimawandel bedroht ist; auf die Förderung unserer Wirtschafts- und Handelsinteressen, des Wachstums und der Beschäftigung, insbesondere für die Jugend; auf die Justiz und die multilaterale Zusammenarbeit in einer beunruhigenden Globalisierung und natürlich mit Blick auf die Zukunft der Europäischen Union selbst, der eine neue Handlungsfähigkeit, eine neue wirtschaftliche Dynamik, sozialer Zusammenhalt und die kulturelle Strahlkraft, zu der sie fähig ist, gegeben werden muss.

Die Erwartungen an Frankreich und Deutschland sind heute immens. Jeder weiß, dass die deutsch-französische Beziehung wesentlich ist für den Fortschritt Europas. Wir müssen die außergewöhnliche Dynamik in unseren beiden Ländern zu fassen wissen.
Jedes unserer Länder hat große Vorzüge geltend zu machen. Unsere Kräfte ergänzen sich und wenn wir sie vereinen, können sie es Europa ermöglichen, seinen Platz auf der internationalen Bühne zu erhalten.

In diesem Bereich möchte ich meine Erfahrungen aus den vier Jahren einbringen, die ich als Leiterin der Generalabteilung Globalisierung, Kultur, Bildung und internationale Entwicklung im Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten verbracht habe.

In einer Zeit, in der die Globalisierung so stark in Frage gestellt wird und in der die Nachfrage nach Regulierung so groß ist, hängt die Stärke unserer Antwort davon ab, wie gut wir wirtschaftliches Handeln, Kultur, Bildung und Entwicklung verbinden können. Dieser Aufgabe habe ich mich in den vergangenen Jahren ohne Unterlass verpflichtet und möchte sie auch heute im Dienste der deutsch-französischen Beziehung und im Dienste Europas fortsetzen. Die komplexen Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, erfordern umfassende und interdisziplinäre Lösungen.
Der Ehrengastauftritt Frankreichs und der Frankophonie auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober bietet uns die Möglichkeit, zu zeigen, dass die Kultur eine Brücke zwischen den Gesellschaften und ein Innovationsmotor ist. Die Kultur bringt die Bürger, unsere Künstler und unsere Wirtschaften näher zusammen. In unruhigen Zeiten lehrt dieser Austausch Vielfalt und Toleranz. Das ist das wertvollste, was wir unseren für Offenheit und Solidarität brennenden jungen Mitbürgern mitzugeben haben.

Wir verfügen über alle Mittel, um das zu erreichen. Die Kooperationen zwischen unseren beiden Ländern sind alt und reichhaltig in allen Bereichen und sie ermöglichen es uns, gemeinsam für unsere beiden Länder, für Europa und mehr noch auf internationaler Ebene zu handeln.

Wir haben unter anderem das große Glück uns auf ein konsularisches, kulturelles und wirtschaftliches Netz in Deutschland sowie auf ein dichtes Geflecht von Vereinen stützen zu können, das nur darauf wartet, noch aktiver zu werden.
Sie können immer auf mein Engagement, meine Energie und meinen Enthusiasmus sowie auf den Einsatz der Mitarbeiter der Botschaft, der Konsulate und unserer Mittler zählen.

Ich weiß, dass ich mich in diesen wichtigen Zeiten auf Ihr Vertrauen und Ihre Bereitschaft stützen kann.

Ich freue mich darauf, mich für Sie zu engagieren und Ihnen sehr bald in Berlin und in den Bundesländern in einem Geist der Freundschaft und der Zusammenarbeit zu begegnen.

Letzte Änderung 17/07/2017

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