Wolf – wo steckst du? - Frankreich verabschiedet neuen Wolf-Aktionsplan [fr]

Seit fast einem Jahr hatten sich die französischen Tierzüchter „einen Wolf“ geredet. Nun haben ihre Beschwerden gefruchtet und das Wolfsgeheul übertönt. Nach langem Tauziehen hat die französische Regierung den Züchtern zusätzliche Schutzgarantien für ihre Herden und Entschädigungen für Verluste durch wild lebende Tiere zugesagt. Im Falle von „außergewöhnlichen Schäden“ wurde ebenfalls die Abschussgenehmigung gelockert. Diese Maßnahmen wurden am 5. Februar 2013 von der Ministerin für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie, Delphine Batho, und dem Minister für Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft, Stéphane Le Foll, bekanntgegeben. Der Plan soll gebietsgebunden umgesetzt und die Maßnahmen den jeweiligen Gefährdungen entsprechend angepasst werden.

Ein „Pakt mit den Wölfen“ ist ein gewagtes Unterfangen. Das lehren uns Fabeln und Märchen auf beiden Seiten des Rheins. Das Tier kann hinterlistig sein und ohne Vorwarnung angreifen. Fragen Sie nur die arme „Ziege des Herrn Seguin“, das Lamm aus der Fabel von Jean de la Fontaine, die drei kleinen Schweinchen oder die bekannten Sieben Geißlein der Gebrüder Grimm! 2011 fielen 4 500 Schafe streunenden Wölfen zum Opfer, denn wie schon Jean de la Fontaine sagte: „Das Recht des Stärkeren ist stets das bessere.“ Rund 250 ausgewachsene Wölfe streifen heute durch 12 französische Departements, insbesondere in den Alpenregionen – vor 20 Jahren waren es gerade mal zwei einsame Tiere dieser Gattung. Grund genug, den Bösen Wolf zu fürchten?

Auch wenn der neue Aktionsplan notwendig war, um nicht alle Schafe der Bedrohung durch das Raubtier auszusetzen, so riefen doch auch viele Vereinigungen zum Schutz der Wölfe dazu auf, in dieser Sache nicht mit den Wölfen zu heulen. Der graue Wolf gehört zu den „streng geschützten“ Arten der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wild lebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume aus dem Jahr 1979 sowie der europäischen Richtlinie „Fauna, Flora, Habitat“ aus dem Jahr 1992. Da sein Überleben dennoch nicht garantiert ist, wurde er auf der Liste der bedrohten Arten als „gefährdet“ eingestuft.

Wenn der Mensch also zu sehr um den Schutz seiner Lämmchen bemüht ist, so könnte er am Ende den Wolf verlieren.

- Weitere Infos zum Aktionsplan

Sollte Ihnen der Artikel Lust auf Mehr gemacht haben, erhalten Sie hier eine musikalische Kostprobe aus dem französischen Kinderstube als Karaoke-Version. Loup, y es-tu ? (Wolf, wo steckst du?)

Letzte Änderung 15/02/2013

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