Zao Wou-Ki – Der Maler, der das Rauschen der Blätter malte [fr]

„Formen verbinden, sie neu zusammenfügen, bis man den Windhauch auf dem stillen Wasser zu spüren beginnt“, dies war das Leitmotiv des am 9. April 2013 im Alter von 93 Jahren verstorbenen chinesisch-französischen Künstlers Zao Wou-Ki.

1920 in Peking geboren, war Zao Wou-Ki sowohl in seinem Leben, als auch in seiner Malerei immer auf der Suche nach etwas Neuem, nach einer neuen Inspiration, die ihn von einem Ufer zum anderen trieb. Der chinesischen Malerei in Tinte überdrüssig, emigrierte er 1948 nach Frankreich, dem Land der Impressionisten und des Fauvismus, den er so bewunderte. Ergriffen erzählt er: „nach 36 Tagen auf dem Schiff“ landete er in Marseille. Zao Wou-Ki ging dann nach Paris, wo er sofort nach seiner Ankunft das Louvre-Museum besuchte. Er verliebte sich in die Hauptstadt und beschloss, sein Atelier im Künstlerviertel Montparnasse zu eröffnen. Im Jahr 1964 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft.

Sein Eintauchen in die Welt des deutschen Malers Paul Klee im Jahr 1951 veränderte seinen Blick auf die Kunst. Zao Wou-Ki wendete sich nun der abstrakten Malerei zu und begab sich auf die Suche nach Inspiration und schöpferischer Kraft. So malte er 1954 sein erstes abstraktes Gemälde und nannte es „Vent“ (Wind). Seine Werke waren von Cézanne, Klee und Matisse beeinflusst, mit denen er dieselbe Auffassung von Malerei teilte: „Es ist nicht die Art der Malerei die zählt, sondern die Art etwas zu betrachten“. Die meisten seiner Werke malte er auf Großleinwände, leuchtend, in bunten oder düsteren Farben, in blau, rot oder aber auch in grau. Auch wenn er lieber mit Öl auf Leinwand malte, so tauchte doch hin und wieder auch Tinte in seinen Bildern auf. Zao Wou-Ki wollte mit seinen Werken seinen eigenen Gefühlen Ausdruck verleihen und wird so für die Kritiker zu einem Meister der poetisch-abstrakten Werke, auf einer Stufe mit dem französischen Maler Pierre Soulages und dem deutsch-französischen Maler Hans Hartung.

Dieser Maler, dessen Streben auf die Überwindung der Grenzen der Leinwand abzielte, ein Streben, das sich selbst in seinem Namen widerspiegelte – Wou-Ki, was „grenzenlos“ bedeutet – wurde mit seinen Arbeiten weltberühmt.

Für die Französische Botschaft in Berlin war es eine große Ehre, Zao Wou-Ki am 23. Januar 2003, zur Eröffnung des neuen Gebäudes am Pariser Platz 5, anlässlich des 40. Jahrestages des Elysée-Vertrages, empfangen zu dürfen. In den Empfangsräumen ist seitdem ein Gemälde des Künstlers ausgestellt.

Letzte Änderung 16/04/2013

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