Ziele und Grundlagen der Auslandseinsätze Frankreichs

(c) Ministère de défense - GIF Ende 2013 waren 8 450 französische Soldaten weltweit im Auslandseinsatz. Ihr Einsatz wie die Militäreinsätze in den letzten Jahrzehnten basieren durchgehend auf Mandaten der UNO (Siehe Tabelle unten).

Multilaterale Einbindung

Die auf dem Prinzip der „Strategischen Autonomie“ beruhende französische Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist dabei auch eng in internationale Verpflichtungen im Rahmen der UNO eingebunden.

In diesem Sinne beteiligt sich Frankreich an der Umsetzung von Entscheidungen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen. Französische Auslandseinsätze finden in der Regel zusammen mit Partnern im Rahmen der UNO, der EU und der NATO statt.

Für Stabilität und Schutz der Zivilbevölkerungen

Die französischen Einsätze dienen nicht nur der Schutz der französischen Staatsangehörigen in Krisengebieten und der Sicherung von Frieden, Stabilität und der Terrorprävention, sondern erkennen im Rahmen der Einhaltung des Völkerrechts auch „den Grundsatz der Schutzverantwortung gegenüber der Zivilbevölkerung an, so wie er 2005 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde“, wie es Staatspräsident Hollande am 27.8.2013 bei der 21. Botschafterkonferenz noch einmal ausdrücklich betonte.

Seine militärischen Fähigkeiten verleihen Frankreich eine besondere Rolle, die durch seinen Status als ständiges Mitglied im Sicherheitsrat noch verstärkt wird. Es kann dabei auf Streitkräfte bauen, die aufgrund ihrer Stärke, ihrer Logistik und ihres Ausrüstungsstandes auch zum schnellen Einsatz in weit entfernten Ländern in der Lage sind. Frankreich ist aus diesem Grund auch weltweit ein wichtiger Akteur der humanitären Hilfe in Katastrophen- und Krisengebieten.

Und die Wirtschaftsinteressen?

Der Auslandseinsatz französischer Streitkräfte ist allein den genannten Zielen verpflichtet. Schon die Zahlen lassen keine andere Interpretation zu (Siehe Tabelle unten). Aus ihnen ergibt sich eindeutig, dass die Länder, in denen Frankreich militärisch am stärksten involviert ist, diejenigen sind mit denen der Handelsaustausch auf einem sehr niedrigen Niveau stattfindet.

Tabelle 1 - Französische Militäreinsätze im Ausland (1978 – 2013)

Land Dauer Truppenstärke 2013/14 (TS max.) Mandat
Zentralafrikanische Republik (Sangaris) Seit 5.12.2014 1600 UN-Resolution 2127
Mali (Serval) Seit 11.1.2013 2500 UN-Resolution 2085
Libyen (Hermattan) 19.3.2011 – 31.10.2011 Ausschließlich Einsatz der Luftwaffe UN-Resolution 1973
Afghanistan (ISAF) Seit 21.11.2001 650 (3400) UN-Resolution 1386
Elfenbeinküste (Licorne) Seit September 2002 950 (5200) UN-Resolution 1464 und 1739 Bilaterales Militärabkommen vom 24.8.1961
Kampf gegen Piraterie, Somalia (Navor-EU/Atalante) 8. Dezember 2008 Ausschließlich Marineeinsatz UN-Resolutionen 1814, 1816, 1838, 1846et 1851 EU-Ministerrat 10. November 2008
Libanon (Finul) Seit März 1978 900 UN-Resolutionen 425,426, 511,1701, 1773, 1884, 1937 und 2064
Tschad (Epervier - EFT) Februar 1986 460 (2800) Bilaterales Abkommen 1976 Diverse Mandate u.a. im Rahmen der Operation DORCA (EU, UNO, NATO)
Kosovo (KFOR) 12.6.1999 300 (7000) UN-Resolution 1244

Quellen : www.defense.gouv.fr, www.diplomatie.gouv.fr, www.vie-publique.fr

Tabelle 2 - Militäreinsätze und Handelsaustausch (2012)

Land Ausfuhr aus Frankreich Einfuhr nach Frankreich Rang als Handelspartner
Mali 301 M€ 9,9 M€ 89
RCA 50,3 M€ 10,1 M€ 155
Tschad 125 M€ 8,8 M€ 115
Afghanistan 44,6 M€ 3,8 M€ 158
Libanon 1,4 Md€ 38 M€ 47
Elfenbeinküste 735 M€ 545 M€ 52
Niger 210 M€ 193 M€ 87

Quelle: Französisches Wirtschaftsministerium

Letzte Änderung 13/01/2014

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