Deutsch-Französischer Tag im Zeichen der Mobilität von Auszubildenden in der Botschaft [fr]

Europa lebt vom Austausch. Internationale Berufserfahrung sammeln, ein neues Land kennenlernen, eine weitere Sprache lernen, das sind beruflich wie privat großartige Entwicklungsmöglichkeiten für junge Menschen.

Der deutsch-französische Tag am 22. Januar 2018 (Jahrestag des Elysée-Vertrags) stand deshalb in diesem Jahr auf Initiative beider Regierungen unter dem Vorzeichen der Mobilitätsförderung von Auszubildenden, insbesondere auch im Rahmen des europäischen Programms „Erasmus+“.

Das duale Ausbildungssystem und die Förderung der europäischen Mobilität von Auszubildenden waren auch Thema einer Veranstaltung in der Französischen Botschaft mit mehreren Fachpanels mit Vertretern von Unternehmen, Kammern und Berufsschulen, an der auch die EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen sowie die Bundesarbeitsministerin Katarina Barley teilnahmen.

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Bundesfamilienministerin Katharina Barley mit Botschafterin Anne-Marie Descôtes (von links)
© Boris Bocheinski

Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, der Kultusministerkonferenz (KMK), der Bundesagentur für Arbeit (BA), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) durchgeführt.

Hintergrundinformation: Lernaufenthalte für Auszubildende und Berufsfachschüler im Ausland und das Programm Erasmus+

Rund 30.000 Auszubildende und Berufsfachschüler absolvieren jedes Jahr einen Lernaufenthalt im Ausland, deutlich mehr als die Hälfte davon werden über Erasmus+ gefördert. Gleichzeitig sind Lernaufenthalte im Ausland aber noch nicht Standard. Die europäische Wirtschaft ist längst international, alleine in Deutschland hängt jeder vierte Arbeitsplatz vom Export ab.

Bereits seit Anfang der 1990er Jahre fördert die Europäische Union Auslandsaufenthalte in der Berufsbildung, von 2014 bis 2020 erfolgt dies über Erasmus+, das integrierte Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. 2015 wurden Mobilitätsprojekte der Berufsbildung in Europa mit rund 280 Millionen Euro gefördert, auf Deutschland entfielen dabei rund 33 Millionen Euro.

Bislang erhalten rund 65. 000 Lernende und Absolventen der Berufsbildung im Rahmen von Erasmus+ eine finanzielle Förderung für einen Auslandsaufenthalt, der einen Zeitraum von 2 Wochen bis zu 12 Monaten umfassen kann. Trotz der Vorteile von Langzeitaufenthalten bleibt jedoch weniger als 1 Prozent dieser Zielgruppe länger als 6 Monate im Ausland.

Die EU-Kommission gibt über Erasmus+ Impulse für längere Auslandsaufenthalte für Auszubildende in der gesamten EU und startete 2017 dazu sieben Pilotprojekte. Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung und Soziales, wies beim Start der Pilotprojekte darauf hin, dass die EU bis 2020 bis zu 50.000 Lernenden in der Berufsbildung einen längeren Auslandsaufenthalt ermöglichen will. Die Pilotprojekte sind erste Mosaiksteine des Europäischen Rahmens für die Langzeitmobilität von Auszubildenden.

Letzte Änderung 01/02/2018

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