Gastbeitrag der Botschafterin in der B.Z.

Die französische Diplomatin empfiehlt „Die Farben des Feuers“ (25 Euro, Klett-Cotta) von Pierre Lemaître (10.07.2019)

„In der Tradition von Alexandre Dumas und seinen großen Populär-Romanen zeichnet Pierre Lemaître in ,Die Farben des Feuers’ ein spannendes Sittenbild des Frankreichs der Zwischenkriegszeit. Der Roman, eine Fortsetzung von ,Wir sehen uns dort oben’, erzählt die Geschichte von Madeleine Péricourt, einer geschiedenen und sozial herabgesetzten Erbin, die sich für die Feindseligkeiten rächen möchte, denen ihr Sohn und sie ausgeliefert waren. Mittels einer Reihe schillernder Persönlichkeiten aus verschiedenen sozialen Schichten gibt der Autor einen lebendigen und eindringlichen Überblick über eine von der Weltwirtschaftskrise 1929 und dem Aufstieg des Faschismus und des Nationalsozialismus geprägten Zeit. ,Die Farben des Feuers’ ist zugleich ein Abenteuerroman mit zahlreichen Wendungen, das Charakterbild einer starken und entschlossenen Frau, was ich besonders interessant finde, aber es ist auch ein ehrgeiziges soziales Zeitgemälde, das in einer komplexen historischen Epoche verwurzelt ist. Hinzu kommt ein intelligenter und humorvoller Stil, der mich manchmal an Jean Rouauds oder auch an Daniel Kehlmann erinnert. Die Lektüre von ,Die Farben des Feuers’ bereitet mir dasselbe Vergnügen, daher kann ich diesen Roman nur empfehlen.“

Quelle: B.Z., Kultur
Autor: Claudia von Duehren

Letzte Änderung 31/07/2019

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